Sommertreffen des Initiativkreises für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau
Treffen der Praktiker vom 25. bis 27. Juli 2008 in Oberhessen
Seit der Gründung 1985 trifft sich der Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau jährlich je einmal im Sommer und einmal im Herbst/Winter. Traditionell werden beim Sommertreffen eher Fragen zur Praxis des ökologischen Samenbaus und zu Details bei Saatguttrocknung und -reinigung behandelt sowie Samenbau-Standorte besichtigt. Diesmal war der Initiativkreis zu Gast in der Gärtnerei der Lebensgemeinschaft Bingenheim, den neuen Gebäuden der Bingenheimer Saatgut AG und dem Krebsbachhof (Doris und Peter Heuner) nahe Marburg.
Neben dem Schwerpunkt Buschbohne (Kulturführung, Pflanzengesundheit, Ernte Aufbereitung etc.) galt das Interesse v.a. auch der Saatguterzeugung bei Kresse und Möhre. Außerdem wurden die Besonderheiten des biologisch-dynamischen Heil- und Gewürzkräuteranbaus vorgestellt.
Fortbildung Biologisch-Dynamische Pflanzenzüchtung:
Fähigkeiten, Kenntnisse und persönliche Ansätze
Auftakt einer zweijährigen Fortbildung im Juni 2008 auf Gut Wulfsdorf
Neben einem anthroposophisch-goetheanistischen Pflanzenverständnis und handwerklich-technischen Grundlagen des Samenbaus geht es darum, die verschiedenen Ansätze der biologisch-dynamischen Züchter kennen zu lernen. Im Rahmen der auf zwei Jahre konzipierten Fortbildung auf biologisch-dyamischen Betrieben erwartet die Teilnehmer Grundlegendes zu Saatgutvermehrung, Zuchtzielen, Sortenentwicklung, Selektion etc. Vier einwöchige Seminare im Winterhalbjahr und monatliche Seminare von Juni bis Oktober auf den Betrieben sind der Kern
dieser Fortbildung, ergänzt um Exkursionen. Voraussetzung ist eine fundierte Praxis im Gemüse- oder Ackerbau sowie die Bereitschaft, sich in die Grundlagen der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise einzuarbeiten. Haben Sie Interesse?
In 1985 a number of biodynamic vegetable producers, who were involved in multiplication of open pollinated varieties, set up the "Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau" (The Intitiativecircle for vegetable seeds from biodynamic farming). Within this informal platform they exchanged experiences and discussed issues related to organic seed multiplication and breeding. During the years they realised that, to avoid conflicts between the time dedicated to breeding, the vegetable producers needed some economic compensation for their
breeder activities. To promote their work, raise funds and coordinate their breeding activities, members of the "Initiativkreis" established the (non-profit) association Kultursaat in 1994. [full paper]
FAIR-BREEDING® - Engagement des Naturkosteinzelhandels für die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung
Presseinformation Nürnberg, 23. Februar 2008
Zehn Jahre lang werden die Mitglieder des Vereins NATURATA International - Gemeinsam Handeln jährlich 0,3 Prozent ihres Obst- und Gemüse-Umsatzes zur Unterstützung der biologisch-dynamischen Gemüsezüchtung bereitstellen. Mitglieder sind zurzeit NATURATA-Fachgeschäfte, sowie einige Partnerläden aus Deutschland, Luxemburg, Schweiz und Polen. Heinz Knauss, einer der Vorstände von NATURATA International - Gemeinsam Handeln e.V., überreichte den ersten großen Scheck über 12.000 Euro an den Geschäftsführer des Vereins Kultursaat e.V., Michael Fleck im Beisein der Kultursaat-Botschafterin Elke Röder (Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V.) sowie Christoph Simpfendörfer und Stephan Illi, (beide Demeter e.V.) während der BioFach in Nürnberg. [zur gesamten Presseinformation]
Presseinformation BioFach 2008, Feb. 2008
Diese klangvollen Namen gehören den neuen Gemüsesorten aus biologisch-dynamischer Pflanzenzüchtung des Vereins Kultursaat. Die Bingenheimer Saatgut AG hat das Saatgut im Angebot und stellt sie auf der BioFach am Demeter-Marktplatz, Halle 7, Stand 111 vor. Besonders an diesen Neuzüchtungen: Der Geschmack war ein wichtiges Selektionskriterium bei ihrer Entstehung und ihre natürliche Nachbaufähigkeit machen diese Sorten politisch. Politisch deshalb, weil sie im Gegensatz zum allgemeinen Züchtungstrend hin zu Gentechnik und Patentierung im konventionellen Sektor, samenfest und für den Ökolandbau speziell geeignet sind. [zur gesamten Presseinformation]
Pflanzenzüchtung und die Herausbildung neuer Formen des gesellschaftlichen Lebens
Redaktioneller Beitrag im Katalog der Bingenheimer Saatgut AG (2008) von Dr. C. Strawe
Seitdem die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau betrieben, nahmen Bauern von der Ernte einen Saatrest für die neue Aussaat. Die Züchtung neuer ertragreicherer Sorten änderte daran zunächst nichts. [...] Im historisch gewachsenen Sortenreichtum der Landwirtschaft stecken neben der Produktivität der Natur die landwirtschaftlichen und landschaftspflegerischen Arbeiten von Jahrtausenden. Sorten sind, so betrachtet, Teil des gemeinsamen kulturellen Erbes der Menschheit.
Motivation für biologisch-dynamische Gemüsezüchtung
Redaktioneller Beitrag im Katalog der Bingenheimer Saatgut AG (2008) von M. Fleck
In Zeiten von Bio-Boom und LOHAS ist der Markt für ökologische Erzeugnisse zunehmend auch für Neueinsteiger lukrativ. Daher haben die auch in der ökologischen Lebensmittelerzeugung mittlerweile allgegenwärtigen Richtlinien und Gesetze sowie Kontrollen zu deren Einhaltung an Relevanz gewonnen. [...] Lange vor der juristischen Regelung der Verwendung von Öko-Saatgut gründeten engagierte Erwerbsgärnter den Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau. Hier lebt damals wie
heute die Überzeugung, dass die Arbeit am Saatgut integraler
Bestandteil der ökologischen Wirtschaftsweise ist. [zum gesamten Artikel]
Interview mit Kultursaat-Botschafterin Elke Röder , SlowFood-Magazin (4) 2007
Was macht der Verein Kultursaat, welches sind seine Ziele? Wie sieht Ihre Arbeit als Kultursaat-Botschafterin aus? Über welche Erfolge konnten Sie sich schon freuen? Kann nach der Zulassung jeder Bauer die Samen dieser Sorten kaufen? Vom Verein Kultursaat oder vom Züchter? Welche Chancen haben die neugezüchteten Kultursaat-Sorten gegen diejenigen von Saatgutkonzernen auf dem Markt?
Kultursaat-Botschafterin Elke Röder (BNN) im Gespräch mit Martina Tschirner, Chefredakteurin des SlowFood-Magazins über Ziele, Erfolge und Sinn ihrer Arbeit. [zum gesamten Interview]
Presseinformation, Echzell, 17. September 2007
Zum Saatgut-Tag des Vereins Kultursaat e.V. und der Bingenheimer Saatgut AG, Ökologische Saaten, im hessischen Echzell (Rhein-Main-Gebiet) waren am Sonntag, den 16. September Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist. Das Feedback am Ende des Tages war laut Geschäftsführerin Petra Boie überwältigend. Die anwesenden 29 Ladner waren von der hohen Kompetenz und Authentizität des Netzwerkes für ökologisches Gemüsesaatgut beeindruckt. Der überwiegende Teil der Teilnehmer hat bereits das Portionstüten-Sortiment der Bingenheimer Saatgut AG im Angebot, etwa ein Drittel der Anwesenden hatte auch bereits Erfahrung mit der Vermarktung biologisch-dynamischer Gemüsezüchtungen. Daher waren den Gästen die Hintergründe der Saatgut-Thematik die zum Teil weite Anreise wert. [zur gesamten Presseinformation]
Umweltpreis der Stadt Freiburg an Kultursaat-Standort
Preisverleihung (1. Platz) für Gärterei Piluweri
Im Rahmen der Baden-Messe in Freiburg wurde der Gärtnerei Piluweri aus Müllheim-Hügelheim am Fr., d. 14.09.2007 der Umweltpreis der Stadt Freiburg, 1. Platz verliehen. In Zusammenarbeit mit den Sponsoren Rhodia Acetow und der Arbeitsgemeinschaft der Freiburger Autohäuser zeichnet die Stadt Freiburg Gruppen und Unternehmen für besonderes Engagement und Innovationen im Bereich Umwelt und Naturschutz aus.
Nachdem die Arbeit der Hügelheimer Demeter-Gärtnerei schon in den Jahren 2005 mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau und 2006 mit dem Nachhaltigkeitspreis der EthikBank gewürdigt wurde, ist dieser Preis eine weitere Anerkennung für die ganzheitliche und nachhaltig angelegte Entwicklung des Betriebes. [zur gesamten Pressemeldung]
Presseinformation, Echzell, 10. August 2007
Die biologisch-dynamische Erhaltungszucht hat eine neue Möhrensorte hervorgebracht, die jetzt exklusiv über den Naturkostgroßhandel Phönix in Bioläden des Rhein-Maingebiets angeboten wird. "Oxhella" zeichnet sich durch ihren anregend-aromatischen Geschmack aus und fällt durch die kurze, etwas bauchige Form im Gemüseregal sofort auf. Sie ist eine Entwicklung aus der alten, fast schon vergessenen Sorte "Oxheart", die völlig vom Markt verschwunden ist.
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BioHandel, Juni 2007 Bio-Gemüse ist mittlerweile über fast alle Verkaufskanäle erhältlich. Bei der Vermarktung von Möhren beispielsweise haben LEH und Discounter dem Fachhandel mengenmäßig bereits den Rang abgelaufen. Der Naturkosteinzelhandel kann mit dem Verkauf samenfester Demeter-Gemüsesorten und Sämereien Profil gewinnen und Transparenz schaffen. Ein Bericht über Erfahrungen und Hintergründe.
Zum Auftakt der Tagung des AgrarBündnisses "Fairness und Ethik im Ökologischen Landbau" überreichte Andreas Swoboda (Geschäftsleitung tegut...) einen Scheck über 10.000 Euro an Michael Fleck (Geschäftsführung Kultursaat e.V.). Das Geld soll die Entwicklung schmackhafter samenfester Kohlrabisorten bei Kultursaat ermöglichen. Das Fuldaer Handelsunternehmen engagiert sich für biologisch angebaute Lebensmittel im Sortiment seiner über 300 Märkte und übernimmt darüber hinaus
Verantwortung für den Ökolandbau. Aktuelles Beispiel ist das Engagement von tegut… für die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung. Eine ökologische Pflanzenzüchtung ist vom Samen an die Grundlage für Bio-Gemüse. Die Züchtungstechniken und die konventionelle Saatgut-Produktion entfernen sich immer mehr von den Prinzipien des Ökologischen Landbaus – am Ende dieser Entwicklung steht die Gentechnik. Sie wird von der Mehrheit der Verbraucher – 96 % der tegut... Kunden sind gegen den Anbau von GVO – abgelehnt.[zur gesamten Presseinformation]
Schrot & Korn, Mai 2007 Orange und länglich ist die Karotte noch immer, doch seit ein paar Jahren gibt es im Bio-Laden neue Sorten: Diese heißen etwa Milan, Robila oder Rodelika und sind das Ergebnis langjähriger, biologisch-dynamischer Züchtung. Bio-Bauern brauchen Pflanzen, die sich ohne Pestizide gegen Unkraut und Insekten zur Wehr setzen können. Doch 80 Prozent aller Sorten sind in der Hand weniger Konzerne. [zum gesamten Artikel]
Marktanalyse ZMP Ökomarkt Forum, März 2007
Bio-Fachhandel und mittelständischer LEH verlieren bei der Bio-Möhrenvermarktung gegenüber den Discountern zunehmend an Verkaufsbedeutung. Die Vermarktung besonders wohlschmeckender Sorten bietet Chancen die Qualitätsführerschaft zu behaupten. Billig kann jeder. Der Bio-Fachhandel kann jedoch mehr: Er kann Möhren mit Charakter anbieten! [zum gesamten Artikel]
BNN-Geschäftsführerin Elke Röder ist Kultursaat-Botschafterin
Pflanzenzüchtung für den Ökolandbau ist eine Alternative zur Agro-Gentechnik -
Pressemitteilung BNN Herstellung und Handel e.V., März 2007
Seit der BioFach 2007 trägt Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN diesen Titel. Beim traditionellen BNN-Empfang auf der weltweit größten Biomesse überreichte ihr Michael Fleck, Geschäftsführer des Vereins Kultursaat, die Urkunde. "Bio boomt, jedenfalls der Markt für Produkte aus ökologischer Erzeugung. Die diesjährige BioFach mit mehr als 500 neuen Ausstellern gegenüber dem Vorjahr spiegelt diese Entwicklung wieder [...]
Presseinformation BioFach 2007, Feb. 2007
Die Bingenheimer Saatgut AG koordiniert die Saatguterzeugung auf kontrolliert ökologisch bewirtschafteten Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben und vermarktet das gereinigte und geprüfte Saatgut an Erwerbs- und Hausgärtner. Sie versteht sich als Teil eines partnerschaftlichen Wirtschaftsverbundes mit Züchtern, Saatguterzeugern und Saatgutverbrauchern. Zurzeit umfasst das Angebot ca. 360 Sorten Gemüse, Kräuter und Blumen.
Unter dem Motto "Saatgut ist Kulturgut" wurde 1994 der gemeinnützige Verein Kultursaat e.V. gegründet, der die biologisch-dynamische Gemüsezüchtung auf heute rund 20 Bio-Betrieben organisiert. Hier sind erfahrene Gärtner „on-farm“ in der Sortenerhaltung und –entwicklung tätig und forschen darüber hinaus auch an neuen, zeitgemäßen Züchtungsmethoden.
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Erfahrungen aus dem Anbau samenfester Möhrensorten
verglichen mit Hybriden
Redaktioneller Beitrag im Katalog der Bingenheimer Saatgut AG (2007) von M. Fleck
Von den gut 500 Speisemöhrensorten im gemeinsamen Sortenkatalog der EU sind etwa 72 % Hybriden. In den Katalogen der meisten Saatgut-Unternehmen sind samenfeste Möhrensorten kaum noch zu finden. Und auch im ökologischen Erwerbsanbau stammt mittlerweile der weitaus größte Anteil des erzeugten Gemüses aus Hybridsaatgut. Wie unterscheiden sich nun samenfeste Sorten im Vergleich zu Hybriden, was sind die Besonderheiten dieser beiden Züchtungsprodukte? In seinem Beitrag gibt Herr Fleck einen Einblick in Praktikererfahrungen und Ergebnisse von Feldversuchen und Laboruntersuchungen. [zum gesamten Artikel]
Ökologie & Landbau 2/2006 (138)
Seit Beginn des Ackerbaus und während der verschiedenen Kulturzeiträume haben die Nahrungspflanzen die Menschen begleitet und sich entsprechend der jeweiligen Gegebenheiten und Notwendigkeiten entwickelt. Verschiedene Zuchtziele und Zuchtmethoden, aber auch das Verhältnis zwischen Mensch und Pflanze drücken sich in den Kulturpflanzen aus. Braucht nicht auch der Ökologische Landbau - als eine eigene Kulturbewegung - eine zu ihm gehörige Pflanzenzüchtung mit den daraus entstehenden Nahrungspflanzen? Bei der Gemüsezüchtung arbeiten Züchter und Betriebe zusammen, um an die speziellen Anforderungen der ökologischen Bewirtschaftung angepasste Sorten zu entwickeln. [zum gesamten Artikel]
Piluweri steht für die Anfangsbuchstaben der vier Gründer; dahinter ein Gemüseanbaubetrieb, in dem 60 verschiedene Kulturen wachsen und der sich für die Züchtung neuer Sorten und die Saatgutvermehrung engagiert. Eigens dafür existiert eine Jungpflanzenzucht. 23 Mitarbeiter bewirtschaften die Gärtnerei nach biologisch-dynamischen Richtlinien auf ca. 21 ha Freifläche und in 5000 m² Gewächshäusern.
Die Produkte werden unter dem Markenzeichen Demeter verkauft. Das Unternehmen stellt ein durchweg ökologisches Produkt her, was über die gesetzlichen Vorschriften des ökologischen Landbaus hinausgeht. Es vermarktet seine Erzeugnisse nur in der Region und ist Gründungsmitglied der „Gentechnikfreien Region Oberrhein“.
Hervorzuheben ist das Engagement für die Züchtung und Pflege solcher Sorten, die eine besondere Nahrungsqualität entwickeln. Hier gilt der Betrieb als Vorreiter in Deutschland, denn nur noch wenige Bio-Gärtnereien verschreiben sich der ganzheitlichen Erzeugung.
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